Über uns
Richard Wagner Verband Trier-Luxemburg


AKTUELLE RUNDSCHREIBEN
Rundschreiben 2017/I

Liebe Mitglieder im Wagnerverband,

2017 wird der Richard Wagner Verband Trier, seit 2010 RWV Trier-Luxemburg, 30 Jahre alt.
Im Mai 1987 fand die Gründung in Anwesenheit von 40 Gründungsmitgliedern in der Gaststätte „Zum Domstein“ statt

Unser Programm umfasst aus diesem Anlass vier Vorträge, ein Galakonzert in Luxemburg, eine halbszenische Opernaufführung mit Franz Grundheber in Trier, eine Weihnachtsfeier mit Ehrung der Gründungsmitglieder und eine Jubiläumsreise nach München.

Zunächst aber ein Blick zurück in die vergangenen Monate:
Sehr viele unserer Mitglieder konnten am Konzert der Wiener Philharmoniker am fünften Dezember in der Luxemburger Philharmonie teilnehmen. Nach Buchbinders Interpretation des fünften Klavierkonzertes von L.v. Beethoven erlebten wir in einer sensationellen Aufführung Tschaikowskys fünfte Symphonie unter der Leitung des russischen Dirigenten Tugan Sokhiev. Die Strahlkraft und die Klarheit der einzelnen Motive bis ins kleinste Detail bei allen Instrumentengruppen begeisterten das Publikum. Das Finale hinreißend. Das Leitmotiv noch lange in unseren Köpfen. Ein wunderbares Orchester, ein großartiger Abend.

Als Premiere wurde in diesem Jahr „Parsifal“ in der Inszenierung von Uwe Eric Laufenberg in Bayreuth aufgeführt.Unser stellvertretender Vorsitzender J.P. Bettendorff schreibt über diese Premiere:
Eine Neuinszenierung des Parsifal stellt immer etwas Außergewöhnliches dar, zumal in Bayreuths Festspielhaus, für das R. Wagners Opus Magnum komponiert wurde. Das Bühnenweihfestspiel behandelt die letzten existenziellen Fragen über das Religiöse im Allgemeinen. Die macht sich der Regisseur für sein Konzept zu eigen. Die Handlung verpflanzt er in den Nahen Osten, in dem sich drei Weltreligionen um die letztgültige Wahrheit bekriegen. Die Gralsritter - als barmherzige, christliche Brüder dargestellt - verstecken Flüchtlinge in ihrer zerbombten Kuppelkirche. Kundry, eine Muslimin, ist als Magd bei ihnen eingestellt.

Laufenberg zeigt starke Bilder, etwa wenn der von Parsifal totgeschossene Schwan die Gestalt des ertrunkenen türkischen Flüchtlingsjungen Aylan annimmt. Wenn sich die Zeit zum Raum verwandelt, katapultiert uns ein Video aus der Kuppelkirche hinaus ins Weltall, und bringt uns wieder auf die Erde zurück in die Gegend des Irak. Eine Odyssee im Weltenraum – von einzigartiger Wucht.

Die Blumenmädchen, in Tschadors eingehüllt, werden aus dem Serail in einen Hammam entlassen, wo sie sich in Odalisken verwandeln. Klingsor, ein typischer nahöstlicher Potentat, gründet seine Macht auf das Geld und zeigt stolz seine Kollektion von Kreuzen, die er den Christen abgenommen hat.

Zur Verherrlichung und Entsündigung der Natur im dritten Akt, kehren die Blumenmädchen noch einmal als nackte Naturgeister zurück, stellen sich in einen Wasserfall, und versetzen sich - mittels Reinigungsritual - in einen geweihten Zustand. Die zweite Gralsszene vereinigt Christen, Juden und Muslime, die ihre jeweiligen religiösen Insignien in Titurels Sarg werfen. Diese Deutung wird in verblüffender Weise dem Pantheismus R. Wagners gerecht, den er in seinen Parsifal eingebracht hat.

Die Sängerleistungen fallen geradezu phänomenal aus:
  • Georg Zeppenfeld als Gurnemanz wirkt imposant, sowohl von der Statur, als auch von seinem wohlgeformten, schönen Bass her.
  • Klaus-Florian Vogt singt die Parsifal-Partie so wie er den Lohengrin oder den Stolzing darbringt: hell, klar, textverständlich und mit einem wie in Balsam eingetauchten Schmelz.
  • Die Russin Elena Pankratowa hat schon viel Wagner gesungen, und wird sich irgendwann zu einer großen Isolde entwickeln. Als Kundry fehlt ihrem (zu) warmen Sopran jedoch die nötige Dämonie der Urteufelin.
  • Ryan McKinney verkörpert die Leidens- und Schmerzensnatur des Amfortas in idealer Weise.
  • Gerd Grochowskis kleine Stimme überzeugt nicht so recht als Super-Zauberer Klingsor.
  • Der Festspielchor glänzt in gewohnter Pracht.
  • Der Dirigent Hartmut Haenchen ist die Überraschung des Abends. Engagiert-schnell geht er die Partitur an, so wie es R. Wagner mochte. Mit 1 Stunde und 41 Minuten im ersten Akt ist er nur 7 Minuten „langsamer“ als der bisher schnellste Bayreuther Parsifal-Dirigent Pierre Boulez.
Der Castorf-Ring stand im vierten Jahr und wird 2017 zum letzten Mal dabei sein. Diese Ring-Inszenierung wird jedenfalls als interessanteste Deutung seit der von Patrice Chéreau in die Rezeptionsgeschichte Bayreuths eingehen.

Die psychologisierende karge Tristan-Aufführung kam zum zweiten Mal zu Ehren, während Philip Glogers Holländer ein letztes Mal auf dem Programm der Festspiele stand.

Unser Stipendiaten Konzert im Oktober war wieder ein voller Erfolg. Dazu schreibt unser Beisitzer im Vorstand Prof. Wolfgang Grandjean:
Im Stipendiaten Konzert am 09.10.2016 waren die Besucher des bis auf den letzten Platz gefüllten Rokokosaals des Kurfürstlichen Palais Zeugen einer hochrangigen Darbietung. Die Damen Kerstin Bauer (Sopran) und Sandra Schares (Mezzo) präsentierten Lieder von R. Strauss und Szenen aus „Ariadne auf Naxos“. Dabei wurde vor allem die Bravourarie der Zerbinetta begeistert gefeiert. Im zweiten Teil boten die Herren Bonko Karadjow (Tenor) und Euihyn Park (Bass) Ausschnitte aus den Wagneropern „Der Fliegende Holländer“ und „Siegfried“ dar. Am Flügel, wie gewohnt souverän, Professor Jochen Schaaf. – Resümee: Es wurde weder mit Applaus noch mit Spenden gespart.


Unsere aktuellen Veranstaltungstermine in unserem 30-jährigen Jubiläumsjahr 2017 finden Sie hier

Unser Schatzmeister bittet um weitere Spenden für unsere Großprojekte. Auch werden Barzahler darum gebeten, den Jahresbeitrag 2017 mit Beginn des Jahres einzuzahlen.

Sparkasse Trier:
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Die Geschäftsstelle erreichen Sie:
Christian Meisenburg, 0651 / 99455429
E-Mail: cmeise@aol.com

Wir hoffen, Ihnen ein interessantes Programm angeboten zu haben und bitten um rege Teilnahme. Es ist schon Tradition, wenn ich meinen Werbespruch anhänge: „Unser Lohn ist Ihre Anmeldung“.

Herzliche Grüße

Ihr Dr. Heinz Asshoff


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